Der Herbst im Wichtelwald

Kinder wollen sich bewegen, mutig mal ganz oben steh´n, weil sie so die Welt entdecken, sich immer mehr so trau´n.

Die Kinder verbringen den Vormittag im Wald „im Freispiel“, was für die Entwicklung sehr wichtig ist. Das Spiel ist nicht nur Zeitvertreib - die Kinder werden im gemeinsamen Spiel gefordert und gefördert.

Kommunikation und Beziehungen werden vertieft, Konflikte entstehen, müssen wahrgenommen und gelöst werden, der Platz in der Gruppe wird gefunden. Die Kinder lernen, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und zu formulieren, aber auch den Bedürfnissen der anderen Kinder Raum zu geben. Nach so vielen Eindrücken dürfen die Kinder am Mittag auch müde sein und haben eine Pause verdient.

Nun aber wollen wir noch einmal auf die ersten vergangenen Monate zurückschauen, wir beginnen im September:

Der Wald wurde von den Waldwichteln, Maus Mimi sowie von den Betreuerinnen Christine, Mona, Bettina und Jutta ganz fest in Beschlag genommen. Es wurde gesägt, geknackt, aus Regenwasser und Erde Matschsuppe gekocht. Die Waldwichtel sind geklettert, balanciert, haben „Verstecki“ gespielt und unsere Schaukel erprobt. Mit dem Ton, der die erste Zeit als Angebot zur Verfügung stand, wurde geknetet und geformt und so manches Waldgesicht oder Tier entstand. Mit Hilfe von Mimi-Maus und eines Liedes zum Kennenlernen, merkten sich bald alle Kinder die Namen der Wichtel und Betreuerinnen. In unserem Überraschungskoffer fanden wir für den täglichen Morgenkreis Bücher, Geschichten, Ratespiele und Lieder.

Bereits im September durften die Wichtel ihre ersten Geburtstagskinder feiern. Schnecke Berta kam und half uns, den ersten Schatz zu finden. Natürlich gab es eine leckere Jause für alle Waldwichtel. Das Wetter war durchzogen und unsere Waldwichtel hatten auch schon einige Regentage mit Pfützen springen hinter sich gebracht.

Der Oktober war meist sonnig und warm. Diese goldenen Herbsttage nutzten wir für Spaziergänge oder machten mit den Kindern kleine Ausflüge zu den Kühen und zu den Eseln. Unser Bastel- und Werktisch wurde hergerichtet. Es entstanden Kastanien-Wurfgeschosse, aus getrockneten Herbstblättern, Kleber und Glitter entstanden wunderschöne Herbst-Kunstwerke. Aus Nussschalen wurden kleine Mäuse gebastelt.

Unser Schüttmaterial aus Maiskörnern war bei den Kindern sehr beliebt und es wurde mit Löffeln und Schöpfer hin und her geschüttet, gekippt oder auch verschüttet. Hier wurde die Fingergeschicklichkeit und Zielorientierung erarbeitet. In unserer Outdoorküche wurde Apfelmus gekocht. Die Kinder halfen fleißig mit, die Äpfel klein zu schneiden und dann in den Topf zu geben. Über Feuer haben wir die Äpfel zum Kochen gebracht, abgeschmeckt und es war so lecker, wir haben fast alles aufgegessen. Würstle grillen ist bei den Kindern sehr beliebt und gehört zum Waldwichtel-Vormittag dazu. Unsere Kinder spielen sehr gerne mit den Seilen. Manches Mal galoppieren wilde Pferde durch den Wald. Dann muss man sich wieder vor einer Schlange in Acht nehmen oder es werden Fallen und Schwimmbäder mit Seilen verknotet und Sprungbretter gebaut. Wir haben immer was zu tun. Unsere Bücher, aus denen wir vorlesen, sind zum Ankommen und zwischendurch bei den Waldwichteln sehr beliebt. Nach und nach verabschieden sich jetzt die Kinder von ihren Mamas, Omas, Papas und Opas. Das zeigt uns, dass wir auf einem guten Weg sind und die Kinder uns vertrauen. Auch der November startete mit feinen, sonnigen Herbsttagen. Wir genossen unsere gemeinsame Zeit im Wald. Der Überraschungskoffer ist sehr beliebt und auch die Ausdauer mit Sitzenbleiben und Zuhören hat sich positiv entwickelt. Das Igele Lied, Feuerwehr Fingerspiel, Kamishibai mit verschieden Geschichten (Wald Kino - unsere Kinder lieben es!) Verschiedene Instrumente wurden ausprobiert und dazu unser Herbstlied gesungen. Die Kinder lieben das freie Werken mit Zapfen und Filzwolle. Die Farbstifte werden von den Wichteln gespitzt und gleich wieder wird ein Blatt bemalt. Das sind alles feinmotorische Übungen, wo die Hand-Augen-Koordination geschult wird. 

An einem Dienstagvormittag im November war viel los. Die Kinder der Hausgruppe kamen auf Besuch. Der Spätherbst ist nun da. Wir machen viele Bewegungsspiele und immer, wenn es möglich ist, ein feines Feuer. Dort grillen wir nicht nur die mit gebrachtem Würstle der Kinder, auch mal Apfelschnitze oder Brot oder andre Obstsorten.  Unsere Sternensuppe, die wir gemeinsam bei offenem Feuer gekocht haben, war ein Genuss. 

Seit drei, vier Tagen ist es nun etwas kälter - der Winter kommt mit Wind und Schnee.

In den letzten Tagen im November bastelten wir noch die ersten Sterne für unser Puppentheater und schon beginnt die wunderschöne Adventszeit und die Vorfreude auf den Nikolaus und das Christkind ist sehr groß. 

 

Alle Fotos zum Herbst im Wichtelwald findet ihr im Mitlgiederbereich.